Sonntag, 4. Mai 2008

Matze, Franzi and the state trooper

...der ausführliche Bericht von Ocala folgt an anderer Stelle aber diese Story muss ich einfach kurz erzählen:
Samstag nachmittag, ca 16.00 Uhr, ich bin gerade mit Fahren dran und wie üblich, so ein, zwei Kilometerchen oder besser gesagt Meilchen zu schnell...
Nachdem das Fahren mit Automatik relativ entspannt ist, denke ich an nix Böses, lausche den chilligen Tönen von Placebo, quatsche zwischendurch ein wenig mit Matze und fahre so vor mich hin... und plötzlich bemerke ich diese unschönen grellen Blinklichter in meinem Rückspiegel... Naiv wie üblich, denke ich natürlich erstmal der meint nicht mich...
mhm, nach kurzem Nachdenken stelle ich fest, der ist da gerade aus einer Einfahrt gekommen und weit und breit kein anderes Auto auf meiner Spur zu sehen, mhm, vielleicht meint der doch mich??? Was tut Frau in dieser Situation... klar, sie wird erstmal langsam - zumindest Zeit zum Nachdenken wäre damit doch schon gewonnen!!
Nach weiterem Nachdenken und kurzer Diskussion mit Matze haben wir uns dann dafür entschieden erstmal anzuhalten (inzwischen hatte ich ja auch genug Zeit mir die Verhaltensregeln aus unserem interkulturellem Training wieder ins Gedächtnis zu rufen). Leider fuhr ich dem Officer nicht weit genug rechts ran, also gab es erstmal nen unwirschen Ausdruck für mich im Spiegel (nie, nie, niemals aussteigen) und die mehr oder weniger freundliche Geste es doch noch einmal zu probieren!
Ok, diese Hürde wäre gemeistert, aber die wahre Prüfung stand mir noch bevor... - ich, das reinste Nervenbündel, die Hände mustergültig aufs Lenkrad gelegt, Matze neben mir wie üblich tiefenentspannt, so warteten wir wie vorgeschrieben auf die Ankunft des Officers an meinem Fenster. Der erwies sich dann auch als sehr höflich und bat mich erstmal nach meinem Führerschein - kein Problem, den habe ich doch immer bei mir und holte ihn (natürlich nicht ohne die entsprechende Erklärung warum ich mich jetzt bewege) aus meiner Handtasche. Doch er fand keine Gnade in den Augen des Officer, ich bekam ihn nämlich direkt mit dem Hinweis zurück, dass er ihn nicht lesen könne - der wäre ja deutsch, ob ich denn einen internationalen hätte? Tja, haben schon, aber dabei haben - ganz ganz schlecht!!
Uiuiui, das wiederum gefiel dem Officer nicht! Und er beschloss erstmal meine Daten durch den PC zu jagen...
Nach bangen Minuten des Wartens kehrte er dann von seinem Auto zurück und fragte erstmal Matze nach dessen Führerschein - interessant war jedoch, dass Matze lediglich bejahte, den internationalen Führerschein dabei zu haben, sehen wollte der Officer ihn dann nicht mehr (???).
Noch viel interessanter war allerdings die Tatsache, dass er mir erklärte, dass er keine Einträge von mir gefunden hätte (das wiederum war natürlich keine Überrraschung!!!) und dass wir nun einen Fahrerwechsel durchführen sollten und es damit okay wäre...
und ach ja, by the way, Sie sind 60 in ner 45er Zone gefahren... sagte er und verschwand... ????????????????????????????
Ganz im Ernst, da fällt mir nichts mehr ein, statt mich für zwei Vergehen zu bestrafen hat er sie wohl einfach gegenander aufgerechnet und mir gleichzeitig einige hundert Dollar, sowie ne Menge Ärger erspart!!!
und die Moral von der Geschicht:
1.) das war echt wie im Film!
2.) amerikanische Polizisten sind viel besser als ihr Ruf
3.) unser interkulturelles Training hat sich aufs Allerbeste bewährt
4.) ein Hoch auf die deutsche Höflich- und Freundlichkeit, die ich Matze und mir jetzt einfach mal zuspreche
5.) offensichtlicher Respekt vor Autoritäten (zumindest wenn sie ne gezückte Waffe in der Hand haben) lohnt sich auf alle Fälle, ich glaube er hat sich einfach gefreut, dass endlich mal jemand vor ihm sitzt, der sich richtig fürchtet ;-)

Donnerstag, 24. April 2008

Caretta Caretta

19.10 Uhr: zurück von der Arbeit, schnell umziehen, 5 Minuten Pause
19.20 Uhr: auf dem Weg Richtung Joggingstrecke
19.23 Uhr: Strand (Faktor³) oder die reguläre Strecke?
19.24 Uhr: in Anbetracht des herrlichen Essens in New Orleans: Strand
19.34 Uhr: verdammt, das ist echt anstrengend!
19.35 Uhr: Menschen am Spanish River Beach???
19.36 Uhr: WOW!!!!

...und so sah ich sie zum ersten Mal in meinem Leben: die Loggerhead Schildkröte (auch genannt Caretta Caretta wie ich heute bei einem spontanen zweistündigen Stunden Vortrag von einem Rancher gelernt habe - aber das ist ne andere Geschichte!) und sie war wirklich wirklich wirklich riesig! Und um ehrlich zu sein, ist mir jetzt auch klar, warum diese Schildkröten früher ganze Doerfer vor dem Verhungern retteten - heute sind sie leider vom Aussterben bedroht! So oder so durfte ich hier wohl ein seltenes Naturschauspiel erleben, eine Wasserschildkroete, die nur kurz zum Eierlegen an Land ihres Ursprungsstrands kommt.

Das mit dem Foto machen hat allerdings nicht ganz hingehauen, denn bis ich mal draufgekommen bin meine Kamera zu holen, war trotz eines Megasprints sämtliches Sonnenlicht verschwunden und ich war mir nicht sicher ob ein Blitz dieses fazinierende Geschöpf vielleicht irgendwie irritieren würde. Und bei einer aussterbenden Rasse moechte ich definitiv nicht für einen verpatzten Gebärvorgang verantwortlich sein! Dementsprechend gibt es zur Sicherheit neben meinem besten Shot noch ein Fremdphoto, dass meiner Realität sehr nahe kommt...

Samstag, 19. April 2008

Montag, 31. März 2008

Goodbye Steven and Martin

Und es war mal wieder soweit :-((

Nachdem Marc uns ja bereits vor zwei Wochen verlassen hat, leerte sich das sogenannte "German Office" (das ist ein kleiner Raum, in welchem alle deutschen Informanden, Praktikanten und Werkstudenten bis auf Matze und mich untergebracht sind) - unsere beiden letzten verbliebenen Praktikanten kehrten nach Deutschland zurück.

Jedoch natürlich nicht ohne eine kleine Abschiedsparty zu geben! So war es dann, just in time (rund 16 Stunden vor dem Abflug) auch soweit und Nicole, Matze, Claudia und ich fanden uns in der Chaos-WG ein. Dort erwarteten uns zwei kochende Männer, die sich beide ihrer Abstammung würdig erwiesen. Martin bruzelte am Herd froehlich polnische Potato-Pancakes (in deutschen Landen auch als Kartoffelpuffer bekannt) und Steven kuemmerte sich um das japanische Teriyaki. Dass die Küche aussah wie ein Schlachtfeld und der Rauchmelder sich zwischenzeitlich aufgrund der massiven Rauchschwaden etwas besorgt zeigte will ich an dieser Stelle gar nicht weiter ausführen, das Einzige was zaehlt ist schliesslich das Ergebnis und das war wirklich beachtenswert! Jungs: noch mal ein grosses Kompliment euch! Das Essen war super lecker!

Nach so einem internationalen Essen muss dann natürlich auch ein entsprechender Digestiv her und was würde sich da besser eignen als ein frisch aus Mexico importierter Tequila? Und damit das Ganze dann auch als komplett internationale Veranstaltung durchgeht, konsumierten wir diesen dann auf die pfälzische/schwäbische Art und Weise.
Mehr moechte ich dazu auch gar nicht sagen, sondern nur auf das Bild von Martin verweisen... und ausserdem herzliche Grüße in ein kleines schwäbisches Dorf, auch Gültlingen genannt, in der Nähe von Calw senden.

Sonntag, 30. März 2008

Boca instead of Atlanta or Deserted Beaches


Tja, da waren wir, an einem Freitag Abend in Boca... tja und dort blieben wir auch!
Eigentlich war ein schöner Roadtrip zu Claudia nach Atlanta geplant... doch der Halbjahresschluss sah Anderes für uns vor und so mussten wir am Abend den Trip leider sehr kurzfristig absagen :-((
Wir holen das nach - Definitiv!
Mhm und was macht man nun mit einem quasi komplett freien Wochenende in Boca? - Richtig, man erkundet etwas Neues in der Umgebung!
Und dementsprechend ging es am Samstag Nachmittag ab in Richtung Norden. Nachdem Matzes Auto glücklicherweise gross genug ist, hatten wir die Räder ebenfalls im Gepäck und machten uns ungefähr in der Höhe von Jupiter (bei kilometerlangen Stränden ist eine genaue Ortsbeschreibung schwierig ;-)) sozusagen con velocipede auf, diese besagten Strände zu erkunden.
Und wir wurden nicht enttäuscht: nach einigen Meilen entdeckten wir auf Jupiter Island neben unglaublichen Villen auch menschenleere (Privat-) Strände. Dort ließen wir uns erstmal für ein Stündchen nieder bevor wir dann in deutlich höherem Tempo (ja, ok, ich bin halt verfroren!) wieder dem Süden entgegenradelten! Mit einem herrlichen Starbuckscappuccino klang der Abend dann gemütlich aus. Ganz klar: der Norden sieht mich wieder!

Dienstag, 25. März 2008

The Capital or Cherry Blossom in Washington

Washington - Here we are!

Aber beginnen wir am Anfang der Geschichte:
Doch wo genau bzw. womit fing es eigentlich an??? War es Martins (ein Freund von Matze) Besuch in Boca, Matzes Besuch in Kanada, unser aller Besuch San Fransiscos oder mein Kanada Besuch??? So oder so entstand irgendwann die Idee für Dennis Geburtstag doch auf einen Sprung in Washington vorbeizuschauen... Gesagt getan! Wobei... um ehrlich zu sein: ganz so einfach war es diesmal nicht... das doch recht lange hin- und her erspare ich euch an dieser Stelle, letztendlich waren wir mit unserer Flugbuchung ja erfolgreich und dementsprechend hies es am 21.03.08 - auf nach Washington!

Puenktlich um 0.30 Uhr EST landete die Boca-Connection, sprich Matze und ich auf dem nationalen Flughafen Washingtons, dem Reagan Airport. Dort erwartete uns bereits Martin um uns direkt ins deutsche Botschaftsquartier des Grenzschutzes zu eskortieren, wo wir für die Dauer unseres Aufenthalts nächtigen würden. (Anm. der Redaktion: Martin arbeitet beim Grenzschutz und ist momentan für 11 Monate in Washington bei der deutschen Botschaft eingesetzt). Im Quartier angekommen machten wir es uns erstmal auf der Coach gemuetlich und tauschten die aktuellen Neuigkeiten aus, bevor wir gegen 03.00 Uhr doch recht erschoepft in unsere Lager fielen.

Am naechsten Morgen gab es dann erstmal ein richtig leckeres gesundes Frühstück mit frischen Obst und Organic Produkten. Danach ging es zur deutschen Botschaft, die wir dank unseres speziellen Gastgebers ganz exclusiv besichtigen durften (an dieser Stelle nochmal vielen vielen Dank dafür!)


Nach einem ausführlichen und super interessant Rundgang durch das Gebäude, inklusive einer Besteigung des Dachs der Botschaft und dem angrenzenden Park ging es dann Richtung Georgetown, einem quicklebendigen Viertel Washingtons mit alten Häusern im viktorianischen (?) Stil. Hier schlenderten wir gemütlich durch das muntere Treiben, labten uns an Delikatessen aus dem hiesigen Deli und erkundeten die Flusspromenade des Potomac River. Auch unsere Suche nach der (im Vorfeld von allen möglichen Kollegen gepriesenen) Cherry Blossom war endlich von Erfolg gekrönt. Unweit des "Oldest Stone House within the United States" erblickten wir einen Kirschbaum in voller Blütenbracht... (Anm. der Redaktion: man beachte die diskrete Obama-Wahlwerbung unter dem Baum bzw. dem "Do not Enter" Schild - Ja, der Wahlkampf ist wirklich omnipräsent). Nach dem lebensbejahenden Georgetown war die anschließende Besichtigung des "Arlington National Cemetery" vielleicht umso eindrucksvoller. Arlington ist ein nationaler Veteranenfriedhof und ausschließlich ehemaligen Militärangehörigen und deren Familienangehörigen vorbehalten. Und mit diesem Bewusstsein nimmt man die unzähligen,zum Teil frisch aufgeschütteten Gräber noch einmal ganz anders wahr. Hinzu kommt, dass Arlington der zweitgrößte Friedhof der USA überhaupt ist und dementsprechend scheinbar endlos reihen sich hier Grabsteine an Grabsteine.

Nach dieser doch etwas anderen Besichtung verarbeiteten wir erstmal in Ruhe unsere Eindrücke und machten es uns bei Martin daheim gemütlich.

Abends ging es dann noch einmal nach Georgetown ins Papa-razzi, einem richtig guten italienischen Restaurant. Danach versuchten wir erfolglos noch eine nette Kneipe für einen gemütlichen Absacker zu finden und entschieden uns dann doch fuer einen Rotwein im Quartier (nicht zuletzt deshalb, da die Jungs, ganz Gentlemen waren und mein Bibbern und Frieren nicht mehr mitansehen konnten - Anm. der Redaktion: ja, es war unglaublich clever, die ganzen Wintersachen Chris und Patti mitzugeben um dann in Washington bei annähernd 0 Grad mit dem Frühlingsjäckchen rumzulaufen).

Der Sonntag begann erneut mit einem gemütlichen Frühstück, diesmal zu viert, Daniela, eine Mitbewohnerin Martins, die auch erst vor kurzem in Washington angekommen war, hatte beschlossen sich unserer Besichtigung der Washingtoner Highligths anzuschließen. Die - wie könnte es auch anders sein- sich hauptsächlich auf die National Mall erstreckte: Und wir haben alles gesehen:


Erstes Ziel war ganz klassisch das Lincoln Memorial und angekommen auf der höchsten Treppenstufe war mein erster Gedanke doch dann auch tatsächlich -Schande über mich- ja, das ist es, dass ist das "Forrest Gump Wasser", also die Szene wo er und Jenny sich in die Arme laufen. Schon irgendwie seltsam, eigentlich bin ich ja so ganz und gar kein Filmkenner, aber diese Szene habe ich glasklar vor Augen obwohl es Jahre her ist, dass ich den Film gesehen habe...

Und entlang dieses Wassers schlenderten wir dann auch in Richtung Washington Monument, also der Sehenswürdigkeit überhaupt in Washington. Leider gab es keine Tickets mehr um mit dem inneren Aufzug nach oben zu fahren, was allerdings keine grosse Enttäuschung für uns darstellte, da wir mit nichts anderem gerechnet hatten. Unser "Washington for Dummies Reiseführer" hatte uns bereits im Vorfeld darauf aufmerksam gemacht, dass die Tickets etwa gegen 07.45 Uhr, also 15 Minuten nach Öffnung des Ticketcenters, komplett ausgegeben wären. Und der Empfehlung sich dementsprechend einfach um 06.00 Uhr in der Schlange anzustellen wollten und konnten wir schlicht und ergreifend nicht nachkommen. Weiter ging es in Richtung Capitol. Und wo das Washington Monument in Punkto "beeindruckend" nicht wirklich punkten konnte, das Capitol konnte es und zwar in voller Höhe. Ja, der Sitz des Kongresses ist auf Repräsentativität angelegt und diese ist den Amerikanern auch mehr als gut gelungen! WOW und viel mehr fällt mir dazu auch gar nicht ein! Nach diesem eindrucksvollen Gebäude, waren die verschieden "Memorials", das FBI-Gebäude und selbst das weiße Haus (welches man sich allerdings nur aus einer doch recht weiten Entfernung ansehen konnte) nur noch schmückendes Beiwerk. Letztes Bauwerk und überraschenderweise noch einmal ein wirkliches Highlight war dann das Jefferson Memorial. Dieses Denkmal tront umgeben vom Tidal Bassin ein wenig abseits der National Mall. Die Komposition aus imposanten Marmor, Wasser und den angrenzenden Kirschbäumen ergab getaucht ins Licht der untergehenden Sonne einen krönenden Abschluß eines wirklich tollen Tages! Wobei was erzähle ich da... es ging ja noch weiter...


Wie bereits erwähnt waren wir pünktlich zum Sonnenuntergang mit unserer Besichtigungstour fertig und nachdem wir uns nachmittags leider mehrere Male mit Dennis und seinen Freunden verpasst hatten konnten wir uns zum Abendessen endlich freudig begrüßen und gemeinsam den Ausklang seines Geburtstags feiern. Und wie nicht anders zu erwarten, hatten wir einfach nur Riesenspass und hotten selbst in der, zugegebenermaßen nur mäßig gefüllten, Cocktail-Lounge mal wieder richtig ab, Matze bekam dort sogar sein gar so heißgeliebtes Paulanerweißbier, also ein rundum gelungener Abend :-)

Montag morgens hieß es dann leider ein wenig früher aufstehen - aus Kostengründen hatten wir unseren Rückflug nämlich von Baltimore aus gebucht und wollten die Gelegenheit auch direkt nutzen um wenigstens dem "Inner Harbour" von Baltimore nochmal einen kurzen Besuch abzustatten. Und um ganz ehrlich zu sein, viel mehr muss man von Baltimore auch gar nicht sehen, die sonstige Stadt scheint nämlich potthäßlich zu sein, zumindest soweit man das nach einmaligem Durchfahren beurteilen konnte.



Nach einem kompletten Rundgang stärkten wir uns noch kurz für den bevorstehenden Flug und ab gings zum Flughafen. Ohne Zwischenfälle erreichten wir Miami und fuhren von dort aus mit der Tri-Rail wieder heim nach Boca.

...heim nach Boca... ja, genau so fühlt es sich an!

Dienstag, 11. März 2008